Wissenswertes über Holz - innenausbau-goldhahn.at

Seitenanfang

 

Wissenswertes über Holz

Die häufigsten Fragen der Holzfachberatung:

Wie lange hält Holz im Außenbereich ?

Müssen Fassaden aus Holz gestrichen werden ?
Muss man Holz im Innenausbau vor Schädlingen schützen ?
Was ist bei der Verlegung von Holzfußböden zu beachten ?
Kann man einen Holzfußboden über einer Fußbodenheizung verlegen ?
Wie behandelt und pflegt man Holzfußböden richtig ?
Welche Vorteile hat ein Haus in Holzbauweise ?
Kostet ein Holzhaus mehr als eines in konventioneller Bauweise ?
Was versteht man unter Leimholz ?
Holzdecken - hört man da nicht alles durch ?
Warum hat Holz im Brandfall Vorteile ?
Warum sind Holzkonstruktionen bei Aufstockungen unschlagbar ?
Heizen mit Holz - ist das umweltfreundlich ?
Stirbt unser Wald ?

Wie lange hält Holz im Außenbereich ?

Zahllose Bauwerke wie Bauernhöfe in den Alpen, Stabkirchen in Skandinavien oder Tempel in Asien, die viele Jahrhunderte überdauert haben, zeugen von der praktisch unbegrenzten Haltbarkeit von Holzkonstruktionen. Grundvoraussetzung ist eine sorgfältige Planung und Ausführung unter den Gesichtspunkten des konstruktiven Holzschutzes. Unter diesem Begriff fasst man alle Maßnahmen zusammen, die das Holz vor einer Schädigung durch Wasser schützen. Dabei gilt es eine länger andauernde Durchfeuchtung des Holzes, z.B. durch Regen, zu vermeiden, weil eine zu hohe Holzfeuchtigkeit das Wachstum holzzerstörender Pilze ermöglichen würde. Auch zu große Holzfeuchteänderungen sind nicht wünschenswert, weil das damit verbundene "Arbeiten" (Quellen und Schwinden) des Holzes in bestimmten Anwendungsfällen nachteilig wäre und z.B. zu Rissen führen könnte.

nach oben

Zu den Regeln des konstruktiven Holzschutzes gehören:

  • ein großzügiges Vordach als Regenschutz für die Fassade
  • ausreichende Sockelhöhe (ca. 30 cm)
  • Abschrägungen und Tropfnasen, die das Abrinnen von Wasser erleichtern
  • Einplanen von leicht erneuerbaren Verschleißteilen
  • Vermeiden von Tauwasser in Außenwandkonstruktionen
  • Gartenzäune, Pergolen: waagrechte Flächen vermeiden, Verblechungen
  • Fenster: Wetterschutzschienen aus Metall
  • Stützen im Außenbereich sollten einen möglichst großen Abstand zum Boden aufweisen (Aufständerung mindestens 15 cm) 
  • Hinterlüftung auf der Außenseite der Wandkonstruktion (eventuelles Kondensat oder eingedrungene Feuchtigkeit wird dadurch schneller wieder abgeführt)

nach oben

Außerdem ist nicht jede Holzart für die Anwendung im Freien gleich gut geeignet. Unter den heimischen Hölzern hat die Robinie die größte natürliche Resistenz, gefolgt von Eiche und Lärche. Bei richtiger Konstruktion sind auch Kiefer, Fichte und Tanne für eine Verwendung im Freien gut geeignet.

 

Müssen Fassaden aus Holz gestrichen werden ?

Nein.
Eine unter den Gesichtspunkten des konstruktiven Holzschutzes ausgeführte Fassade ist ohne Oberflächenbehandlung dauerhaft. Allerdings "lebt" eine unbehandelte Holzfassade: sie altert, dunkelt nach und vergraut. Diese Veränderungen bedeuten keinen Qualitäts- oder Festigkeitsverlust, sie stellen lediglich eine optische Veränderung dar, derer man sich jedoch bewusst sein muss.
Ebenso wichtig ist es, sich bei einer allfälligen Oberflächenbehandlung über den Wartungsaufwand Gedanken zu machen: gestrichene Fassaden müssen alle paar Jahre nachbehandelt werden. Dabei ist der Wartungsaufwand bei nicht deckenden Systemen (Lasuren, Ölfarben oder Naturfarben) geringer als bei deckenden Systemen (Lacke oder Dickschichtlasuren).

 

Muss man Holz im Innenausbau vor Schädlingen schützen ?

Nein.
In Innenräumen ist kein chemischer Holzschutz erforderlich, da die Holzfeuchte immer unter dem Wert liegt, ab dem Pilze auftreten können (ca. 18 %). Für eine Oberflächenbehandlung mit Ölen, Wachsen oder Lasuren kann allerdings die einfachere Pflege sprechen: behandelte Oberflächen sind leichter zu reinigen als naturbelassenes Holz. Weniger beanspruchte Flächen wie z.B. Deckenverkleidungen können bedenkenlos unbehandelt bleiben. Ein weiterer Aspekt ist die Farbgebung: Lasuren zaubern alle Farben dieser Welt auf Holzoberflächen und lassen dabei trotzdem die Zeichnung des Holzes durchscheinen.
Bei der Verwendung von Holz im Bad z.B. als Wandverkleidung ist auf eine hinterlüftete Konstruktion zu achten, sodass sich die Feuchtigkeit nicht stauen und das Holz gut abtrocknen kann. Außerdem sollen diese Räume immer gut gelüftet werden. Wo Spritzwasser zu erwarten ist, sollte ebenfalls eine Oberflächenbehandlung durch Ölen oder Wachsen durchgeführt werden. Es gibt auch die Kombination Ölen und Wachsen.

 

Was ist bei der Verlegung von Holzfußböden zu beachten ?

Holzböden können geklebt, genagelt oder schwimmend verlegt werden. Wichtig ist ein "Sicherheitsabstand" zur Wand, der dem Boden Raum zum Arbeiten lässt und mit einfachen Sockelleisten abgedeckt wird. Schiffböden, Riemenparkett oder Stabparkett werden zumeist auf Polsterhölzer oder auf einen Blindboden genagelt. Nach der Verlegung werden die Böden geschliffen und je nach Wunsch oberflächenbehandelt. Für eine schwimmende Verlegung eignet sich ein Fertigparkett, der mit nutzungsfertiger Oberfläche im Handel erhältlich ist. Unter dem Parkett wird zur besseren Schalldämmung eine dämmende Matte oder Korkbahn auf den Untergrund (Estrich oder Blindboden) verlegt. Es ist üblich die einzelnen Dielen in ihrer Nut und Feder-Verbindung untereinander zu verleimen. Klebeparkett wird auf Estrich oder einen Blindboden aus einer Holzwerkstoffplatte geklebt. Als Klebeparkett wird meist ein Mosaikparkett oder auch ein Stabparkett verwendet.
Die verschiedenen Hölzer unterscheiden sich nicht nur durch ihre Farbe und ihre Zeichnung voneinander, sondern auch durch ihre mechanischen Eigenschaften, was besonders bei deren Verwendung als Fußboden zu beachten ist. Für stark beanspruchte Räume empfehlen sich harte Holzarten wie Eiche, Esche oder Lärche. Bei weniger starker Beanspruchung wie z.B. Schlafzimmern können auch weichere Holzarten wie die Fichte verwendet werden.

nach oben

Kann man einen Holzfußboden über einer Fußbodenheizung verlegen ?

Ja.
Holzböden haben sich über Fußbodenheizungen bestens bewährt. Sie lassen die Wärme dosiert durch den Boden, wodurch die Temperaturwelligkeit an der Bodenoberfläche reduziert wird. Natürlich sind bei der Verlegung einige Dinge zu beachten. Die Holzdicke sollte 2 cm nicht überschreiten. Außerdem sind Klebe- und Fertigparkett sowie Dielenelemente besser geeignet als z.B. massive Buchenböden, da die Buche bei Temperaturschwankungen relativ stark "arbeitet". Generell sollte ein Abstand von ca. 15 mm zur Wand eingehalten werden, um dem Quellen und Schwinden des Holzes genügend Raum zu geben. Als Heizsystem empfiehlt sich eine Niedertemperaturheizung, deren Heizrohre entweder im Estrich, in der Wärmedämmung unter dem Estrich oder bei Verlegung auf Polsterhölzern direkt an der Unterseite des Holzbodens verlegt werden.

 

Wie behandelt und pflegt man Holzfußböden richtig ?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen lackierten oder geölten bzw. gewachsten Böden. Bei lackierten (versiegelten) Holzböden wird in mehreren Arbeitsgängen ein robustes Versiegelungssystem aufgebracht. Solcherart behandelte Böden zeichnen sich durch hohe Beständigkeit und leichte Pflegbarkeit aus und empfehlen sich damit in allen stark beanspruchten Räumen. Zur Reinigung werden sie einfach nebelfeucht aufgewischt.
Geölte und gewachste Böden werden mehrmals mit einem speziellen Fußbodenöl bzw. einer Wachsmischung behandelt. Das Mittel dringt zumeist tief in die Poren des Holzes ein, allerdings wird die Holzoberfläche dabei nicht vollständig geschlossen und ist damit oft nicht vollständig unempfindlich gegen hartnäckige Flecken wie z.B. Rotwein. Die Pflege ist hier häufig aufwendiger als bei versiegelten Böden und reicht von Ölzusätzen im Wischwasser bis hin zum Einlassen und Bohnern mit Bodenwachs.

 

Welche Vorteile hat ein Haus in Holzbauweise ?

Holz zeichnet sich in erster Linie durch seine guten Wärmedämmeigenschaften sowie durch hohe Belastbarkeit bei geringer Dimensionierung aus. Deshalb können schlanke Wandkonstruktionen mit sehr guten Wärmedämmwerten ausgeführt werden.
Die gängigste Holzbauweise ist heutzutage der Riegelbau. Dabei übernehmen schlanke Holzsteher die tragende Funktion. Der Platz zwischen den Hölzern wird mit Dämmstoffen ausgefüllt. Damit liegen tragende und dämmende Schicht platzsparend in einer Ebene.
Die Elemente fertigt der Zimmermeister im Betrieb vor, sie werden auf der Baustelle in wenigen Tagen nur noch zusammengesetzt. Das verkürzt die Bauzeit, das Haus ist meist am zweiten oder dritten Tag "unter Dach". Außerdem entfallen lästige Austrocknungszeiten, weil die Wandelemente trocken montiert werden.
Zu guter letzt sei das perfekte Wohnklima erwähnt: Holzoberflächen fühlen sich immer angenehm warm an. Durch intelligente Kombination mit anderen Materialien ist auch die Gefahr der sommerlichen Überwärmung auszuschließen.

nach oben

Kostet ein Holzhaus mehr als eines in konventioneller Bauweise ?

Nein.
Beim Vergleich verschiedener Bauweisen schenkt man oft der Nutzenseite zuwenig Beachtung: mit etwas planerischem Know-how wird jedes Holzhaus zum Energiespar- oder Niedrigenergiehaus. Verbesserungen der Dämmwerte und damit die Hebung des energetischen Standards sind weit kostengünstiger zu erreichen als bei anderen Bauweisen und wirken sich in der dauerhaften Senkung der Heizkosten aus. Durch kurze Bauzeiten verringern sich finanzielle Doppelbelastungen beispielsweise durch rascher entfallende Mietzahlungen. Durch die schlanken Wandaufbauten ergibt sich auf die Fläche eines Einfamilienhauses bezogen bereits ein nicht unerheblicher Wohnflächengewinn von etwa 10 qm gegenüber einem in konventioneller Bauweise errichteten Haus mit denselben Eckdaten  

 

Was versteht man unter Leimholz ?

Für die Leimholzproduktion, auch oft als Brettschichtholz (BSH) bezeichnet, werden die Stämme in einzelne Bretter aufgetrennt, getrocknet, nach ihrer Qualität sortiert und dann zu den erforderlichen Dimensionen wieder verleimt. Vorteil dabei ist, dass das Holz "ruhiger wird", Verdrehen und Rissbildungen praktisch auszuschließen sind, was beispielsweise bei Wintergärten aus Holz besonders wichtig ist. Außerdem sind die im Hallen- und Brückenbau benötigten großen Querschnitte und Längen erreichbar. Die Anwendungsgebiete reichen vom Konstruktionsholz im Hausbaubereich (z.B. Sichtdachstühle) über große Hallendächer bis hin zu gebogenen Brückenträgern in großen Dimensionen. Für Standardanwendungen (Dachstühle, Pergolen, etc.) ist nicht weiterverarbeitetes, gutes Bauholz jedoch durchaus zu empfehlen.    

 

Holzdecken - hört man da nicht alles durch ?

Nein.
Auch hier ist gute Planung gefragt: durch Entkopplung der verschiedenen Schichten und Einplanen weicher "Trennlagen" (z.B. Trittschalldämmmatte), die die Schallübertragungswege unterbrechen, erreicht man sehr gute Schalldämmwerte, die den Vergleich z.B. Betondecken nicht zu scheuen brauchen. Die Deckenuntersicht kann von der tragenden Konstruktion mittels Federbügeln entkoppelt werden. Auch auf Verbindungsmittel muss geachtet werden: lange Nägel oder Schrauben, die durch die einzelnen Schichten gehen, erzeugen ungünstige Schallnebenwege. Eine schwere Beschüttung in den Zwischenräumen der Holzdecke (z.B. trockener Sand) verhindert das Mitschwingen der Decke.

 

Warum hat Holz im Brandfall Vorteile ?

Wenn die tragende Konstruktion zu brennen beginnt, hat Holz den entscheidenden Vorteil des gleichmäßigen, berechenbaren Abbrandes. Als Richtwert für die Abbrandgeschwindigkeit gilt für Bauholz 0,50 mm/min bis 0,75 mm/min. Ein plötzliches Versagen des Materials, wie dies beispielsweise bei Stahl- oder Stahlbeton vorkommt, kann bei Holz ausgeschlossen werden. Die Rettungsmannschaften haben mehr Zeit, um ohne Einsturzgefahr Personen und Sachwerte in Sicherheit zu bringen und den Brand wirkungsvoll zu bekämpfen. Außerdem gibt Holz im Brandfall keine giftigen Gase ab.

nach oben

Warum sind Holzkonstruktionen bei Aufstockungen unschlagbar ?

Holz besitzt ein besonders günstiges Verhältnis zwischen Tragfähigkeit und Eigengewicht. Das heißt, dass Holzkonstruktionen deutlich Gewichtssparender ausführbar sind als andere gängige Bausysteme. Diese Eigenschaft macht Holz ganz besonders bei nachträglichen Auf- und Ausbauten, bei denen das Fundament in der ursprünglichen Planung nicht auf eine Aufstockung ausgelegt war, zum idealen Baustoff.

 

Heizen mit Holz - ist das umweltfreundlich ?

Ja.
Bei der Verbrennung von Holz wird nur jene Menge an CO2 frei, die der Baum bei seinem Wachstum der Atmosphäre entnommen hat. Im Gegensatz dazu setzt die Verbrennung von Erdöl und Erdgas in sehr kurzer Zeit CO2 frei, das über Jahrmillionen in der Erde gespeichert war und den CO2-Haushalt der Erde ins Ungleichgewicht bringt. Der Anstieg an atmosphärischem CO2 bewirkt den Treibhauseffekt. Holz verbrennt fast rückstandsfrei. Die weniger als 0,5 % anfallende Asche kann als wertvoller Dünger verwendet werden

 

Stirbt unser Wald ?

Im Gegenteil - er wird größer! In Österreich wächst jährlich etwa um die Hälfte mehr Holz nach als wir nutzen. Rund 47% der Fläche Österreichs sind bewaldet. Außerdem werden unsere Wälder nach den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit bewirtschaftet. Dabei wird nicht nur auf den Erhalt der Waldfläche, sondern auch auf ein gesundes, ausgewogenes Gefüge im Ökosystem Wald größter Wert gelegt. Gezielte Nutzung führt zu periodischer Verjüngung und somit zu besserer Struktur und Stabilität des Waldes. Die Nachfrage nach Holz darf also ruhig wachsen..

 Der Inhalt wurde von  Internetredaktion pro Holz Salzburg Tirol zur Verfügung gestellt

Copyright © pro:holz Salzburg Tirol